Hungersnot und Zerstörung im Gazastreifen – Katastrophe ohne Ende

Im Gazastreifen spitzt sich die humanitäre Krise immer weiter zu. Seit Beginn der israelischen Offensive im Oktober 2023, ausgelöst durch den Hamas-Angriff vom 7. Oktober, leben rund 2,1 Millionen Menschen unter Blockadebedingungen: Nahrungsmittel, Wasser, Treibstoff und medizinische Güter erreichen die Bevölkerung kaum noch. Fast alle lebenswichtigen Versorgungsstrukturen, Bäckereien, Wasseranlagen und Felder sind zerstört oder unbrauchbar.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza sind inzwischen mehr als 59.000 Menschen getötet worden, darunter zehntausende Kinder. Über 140.000 wurden verletzt. Besonders alarmierend sind die Todesfälle durch Hunger: Hunderte Menschen, viele davon Kinder, sind bereits verhungert oder an Folgen schwerer Mangelernährung gestorben. Internationale Hilfsorganisationen berichten von einer sich verschärfenden Hungersnot: Rund eine halbe Million Menschen befinden sich nach UN-Standards in der höchtsten Stufe humanitärer Krisen, der „Katastrophe“.

Die Blockade und wiederholte Evakuierungen haben fast die gesamte Bevölkerung mehrfach vertrieben. Viele Familien mussten zehnmal oder öfter innerhalb des Gazastreifens fliehen – oft von einem zerstörten Gebiet ins nächste. Die Lebensbedingungen in den verbleibenden „sicheren Zonen“ gelten als katastrophal: Überfüllung, kaum Trinkwasser, Krankheiten und fehlende medizinische Versorgung.

Zunehmend wird von internationalen Organisationen die Frage gestellt, ob die systematische Zerstörung ziviler Infrastruktur, die Verhinderung von Hilfslieferungen und die massenhafte Vertreibung die Kriterien für einen Genozid erfüllen. Amnesty International und UN-Sonderberichterstatter sprechen offen von „Verhungernlassen als Waffe“. Israel weist diese Vorwürfe zurück und verweist auf die Verantwortung der Hamas für den Krieg.

Während Luftabwürfe noch das Schlimmste verhindern sollen, bezeichnen UN-Vertreter diese Maßnahmen als „Tropfen auf den heißen Stein“. Ohne ein Ende der Blockade und garantierte sichere Zugänge für Hilfsgüter droht sich die Lage weiter zu verschlimmern und Millionen Menschen dauerhaft zu schädigen, körperlich wie psychisch.