Schon seit Monaten brodelt ein Konflikt zwischen Venezuela und den USA. Trump greift auf offenem Meer mehrmals Schiffe aus Venezuela an, unter dem Vorwand, dort würden Drogen in die USA transportiert, die die Menschen dort gefährden würden. Dabei sterben über 100 Menschen. Ende Dezember haben die USA dann erstmals Ziele auf dem Festland angegriffen. Die aktuellen Entwicklungen seit heute Vormittag zusammengefasst.
Was ist gestern und heute passiert?
Gestern Nacht gab es in Caracas, der Hauptstadt von Venezuela, mehrere Explosionen, Flugzeuggeräusche und auch Stromausfälle. Videos von Anwohnern zeigten mehrere militärische Hubschrauber der USA, sie sollen mehrere Ziele angegriffen haben. Die „Delta Force“, eine Spezialeinheit der US-Armee, hat außerdem den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Ehefrau entführt. Bei dem Angriff sollen Soldat:innen und auch Zivilist:innen, also Menschen, die nicht zum Militär gehören, getötet worden sein. Es gab zunächst keine offiziellen Reaktionen, Trump soll die Angriffe in Caracas aber genehmigt haben. In einem Post auf seinem Social-Media-Dienst Truth Social schrieb Trump, die USA hätten die Angriffe auf die venezolanische Hauptstadt ausgeführt.
Laut der US-Justizministerin Pam Bondi schrieb auf der Plattform X, Maduro sei in New York vor Gericht angeklagt worden, unter anderem wegen illegalen Drogenhandels. Um kurz nach 16 Uhr kam dann die Nachricht, dass Maduro und seine Frau sich laut Trump auf einem Kriegsschiff der USA befinden sollen. Die Angeklagten würden sich auf dem Weg nach New York City befinden. Trump veröffentlichte online ein Foto, das den gefangenen Maduro zeigen soll. Nachts soll er dann in einer New Yorker Haftanstalt angekommen sein.

Bild: Truth Social
Maduro regiert das Land diktatorisch und die USA warfen ihm mehrfach vor, zu Unrecht Präsident zu sein und bei der Wahl betrogen zu haben. Trump hatte mehrfach Maduros Absetzung gefordert.
Wie wurde international darauf reagiert?
Die Bundesregierung hat bisher keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Nach Medienberichten gibt es aber einen Austausch zwischen dem Auswärtigen Amt und der deutschen Botschaft in Caracas. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte, es müsse einen friedlichen Übergang in Venezuela geben, das Völkerrecht sollte allerdings geachtet werden.
Staaten, die Venezuela politisch nahestehen, wie der Iran, Kuba, Russland oder Kolumbien, verurteilten den US-Angriff als Angriff auf die gesamte Eigenständigkeit Lateinamerikas. In Venezuela selbst kündigten Mitglieder der Regierung an, sich mit aller Kraft gegen die Einmischung der „imperialistischen Piraterie“ zu wehren. Der Innenminister Diosdado Cabello sagte im Staatsfernsehen, die USA hätten ihr Ziel mit dem Angriff nur teilweise erreicht.
Der demokratische Politiker Ruben Gallego bezeichnete den Angriff als illegal: „Es ist beschämend, dass wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben. Es gibt keinen Grund, warum wir mit Venezuela im Krieg sein sollten.“ Auch Abgeordnete von Trumps Partei, den Republikanern, kritisierten den Schritt.
Wie geht es jetzt weiter?
Die US-Regierung hat gestern um 11 Uhr (17 Uhr deutscher Zeit) eine Pressekonferenz in Trumps Residenz Mar-a-Lago gehalten. Dabei sagte er: „Keine Nation der Welt hätte das erreichen können, was Amerika gestern erreicht hat, oder, offen gesagt, in nur kurzer Zeit wurden alle venezolanischen Militärkapazitäten machtlos gemacht, als die Männer und Frauen unseres Militärs, die mit uns und den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiteten, Maduro mitten in der Nacht erfolgreich gefangen nahmen.“ Die USA seien laut ihm auch bereit für eine zweite Welle von Angriffen auf Venezuela.

Nachdem Maduro aktuell nicht in der Lage ist, die Regierung anzuführen, soll die Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Regierungsgeschäfte übernehmen. Trump sprach sich dafür aus, dass die USA eine Übergangsregierung in Venezuela stellen sollen.
Der Artikel wurde zuletzt am 4.1. um 09:00 Uhr aktualisiert.
Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hatten wir geschrieben, Maduro und seine Frau seien „festgenommen“ worden. Diese Formulierung ist allerdings ungenau, sie wurden von der Armee entführt. Wir haben das korrigiert.
Bild: Tagesschau